Trotz mehrerer Jahrzehnte Nachhaltigkeitspolitik, umfassender Diskussionen und Praktiken nachhaltigen Konsums und Produktion schreitet die Krise gesellschaftlicher Naturverhältnisse immer weiter voran. In jüngerer Zeit gewinnt die Frage an Bedeutung, welche Rolle hierbei die Arbeit spielt und wie eine nachhaltige Arbeitsgesellschaft aussehen könnte. Der klassische Konflikt zwischen Arbeitsplatzerhalt und Umweltschutz kennzeichnet auch die gegenwärtigen Auseinandersetzungen. Daneben existieren verschiedene Perspektiven und Strategien, die von neuen „Green Jobs“ im Rahmen eines grünen Wachstumsmodells, über ein globales Leitbild „nachhaltiger Arbeit“, bis hin zu einer „Tätigkeitsgesellschaft“ jenseits des Wachstumszwangs reichen. Ausgehend von einer allgemeinen Betrachtung der Zusammenhänge zwischen Arbeit und der Krise gesellschaftlicher Naturverhältnisse wollen wir uns diesen Kontroversen widmen. Darüber hinaus wollen wir im Workshop gemeinsam folgende Fragen diskutieren: Was meinen wir überhaupt, wenn wir von „Arbeit“ sprechen? Welche sozial-ökologischen Kämpfe der Arbeits- und Umweltbewegungen gab es in der Vergangenheit, welche werden aktuell geführt? Wie kann eine Transformation von Arbeit sozial und ökologisch gestaltet werden – trotz oder gerade auch mithilfe von Digitalisierung? Welche Implikationen haben „nachhaltigere“ Arbeits- und Naturverhältnisse in den reichen Ländern auf die Menschen im Globalen Süden? 

Thomas Barth arbeitet am Institut für Soziologie an der LMU München unter anderem zum Thema Nachhaltigkeit und Arbeit.

Georg Jochum forscht als Soziologe an der TU München neben anderem zu der sozial-ökologischen Transformation der Arbeitswelt und der Digitalisierung von Arbeit.