Der Neoliberalismus hat heute in jederlei Hinsicht ein schlechtes Image: Seinen Kritikern gilt er als Ursache sozialer Ungleichheit und gesellschaftlicher Spaltung, andere monieren wiederum, dass es sich beim ,Neoliberalismus‘ um einen reinen Kampfbegriff ohne jegliche Substanz handelt. Was meinen wir also, wenn wir – in welcher Absicht auch immer – von Neoliberalismus sprechen? Dies ist die Ausgangsfrage dieses Workshops, der sich dementsprechend zunächst um eine theoretisch-historische Klärung des Neoliberalismus als intellektuell-politisches Projekt bemüht. Auf dieser Grundlage geht es darüber hinaus um das Verhältnis zwischen Neoliberalismus, Ordoliberalismus und Sozialer Marktwirtschaft, die Frage, ob es so etwas wie ein neoliberales Subjekt gibt, wie sich der Neoliberalismus kritisieren lässt, Arbeitsverhältnisse im Neoliberalismus sowie – zuletzt – die Auswirkungen der gegenwärtigen Pandemie auf neoliberale Theorie und Praxis.

PD Dr. Thomas Biebricher ist Politischer Theoretiker und Associate Professor for the History of Economic Governance an der Copenhagen Business School. Zu seinen Veröffentlichungen gehören Neoliberalismus zur Einführung (Hamburg: Junius 2018) The Political Theory of Neoliberalism (Stanford: Stanford University Press 2019) und Soziale Marktwirtschaft und Ordoliberalismus zur Einführung (Hamburg: Junius 2020 mit Ralf Ptak).