Fragen der Ökologie waren lange Zeit ein blinder Fleck in der linken Bewegungsgeschichte. Zwar sprach Karl Marx schon im ersten Band des Kapitals davon, dass der Kapitalismus die Arbeiter_innen und die Natur untergräbt, es dauerte allerdings sehr lange, bis diese frühe Einsicht in den Zusammenhang von sozialer und ökologischer Frage zum Thema für die Linke werden sollte. Im orthodoxen Marxismus der zweiten und dritten Internationale dominierte dagegen ein ‚Produktivismus‘, der ungebremste technische Entwicklung, ohne Rücksicht auf die natürlichen Lebensbedingungen der Menschen, zur Maxime machte. Erst die neuen sozialen Bewegungen im Anschluss an die Studierendenbewegungen um das Jahr 1968 brachten die ökologische Frage ins Zentrum der linken Debatten. In diesem Zusammenhang wurde auch versucht, Erkenntnisse aus dem Marxismus und der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule für die ökologische Bewegung nutzbar zu machen.

Im Workshop soll es darum gehen, diese Versuche, einen linken Naturbegriff im Rahmen einer kritischen Gesellschaftstheorie zu entwerfen, zu diskutieren. Was ist Natur? Wie verhält sich Natur zu Gesellschaft und wie ist es um das Verhältnis von Kapitalismus und Naturausbeutung bestellt? Antworten auf diese Fragen sollen im Workshop gemeinsam erarbeitet werden.

Wann?

Freitag, 10. August, 09:00 – 12:00 und 14:30 – 18:00 Uhr

Wo?

Seminarräume 1 – 4